Hintergrundinformationen zur Pfarreipilgerfahrt nach Prag

Liebe Pilger, liebe Pilgerinnen,

nun sind es nur noch 3 Monate, dann sind wir auf dem Weg durch unser Nachbarland Böhmen in die tschechische Hauptstadt Prag. Es ist eine gut durchgemischte Gruppe von 46 Personen geworden, die sich am 29. April mit dem Bus auf den Weg machen wird. Treffpunkt bleibt um 7:15 Uhr am Busbahnhof in Jena.
 
Über die Kirche in Tschechien wissen sicher die meisten sehr wenig und deshalb hier einige aktuelle Informationen: Erst 2012 haben die Kirchen und Religionsgemeinschaften Tschechiens durch ein Restitutionsgesetz früheres von den Kommunisten geraubtes Eigentum im Wert von 75 Milliarden Kronen (rund 3 Milliarden Euro) direkt zurückerhalten. Überdies ging es um eine finanzielle Entschädigung für nicht mehr restituierbare Immobilien und Bodenstücke im Wert von 59 Milliarden Kronen (2,36 Milliarden Euro). Sie soll über einen Zeitraum von 30 Jahren ausgezahlt werden.Im Gegenzug will sich der Staat schrittweise aus der Finanzierung der Kirchen zurückziehen.Derzeit bezahlt er unter anderem die Gehälter der Priester.
Von dem Gesetz profitieren nicht nur die Kirchen, sondern auch tausende Städte und Gemeinden in Tschechien. Mit der Regelung wird klargestellt, welche Bodenstücke der Kirche gehören und welche den Gemeinden.
Nach einer mehrstündigen stürmischen Debatte stimmten 102 von 103 anwesenden Abgeordneten für das Gesetz. Sozialdemokraten und Kommunisten, die im Senat die Mehrheit haben, verließen vor der Abstimmung aus Protest den Sitzungssaal.
 
Die Sozialdemokraten, die in den vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit eine groß angelegte Kampagne gegen die Kirchenrestitution geführt hatten, erwägen nun, das tschechische Verfassungsgericht anzurufen. Ihre Klage soll damit begründet werden, dass die strittigen Punkte des Gesetzes nicht ausreichend juristisch untersucht worden seien.
Tschechien ist das letzte postkommunistische Land in Mittel-Osteuropa, das noch immer zu keiner vertraglichen Basis für den Ausgleich zwischen Staat und Kirche gefunden hat. Am 24. Januar - also vor wenigen Tagen - hat das Parlament beschlossen, dass es die Kirchen im Land finanziell beschneiden will.
Auf Druck der Kommunistischen Partei, sollen die Zahlungen für das zu Diktaturzeiten "nationalisierte" kirchliche Eigentum nun mit 19% besteuert werden.

Dieser kleine historische Abriss zeigt die Stimmung in diesem wohl säkularsten Land bezüglich der Kirchen und zugleich auch die schwierige Situation der Orden und Kirchengemeinden, die meist sehr alte Gebäude aus der Habsburger Zeit erhalten und bewirtschaften müssen.

Nun noch eine Bitte: Da eine Zahlung von 80 % der Gesamtkosten von mir Anfang März geleistet werden muss, bitte ich alle, ihre Restzahlung bitte bis Ende Februar auf das bekannte Konto zu tätigen. Die Kulturveranstaltung sammeln wir dann im Bus ein.
Alle anderen Fragen können wir dann 4 Wochen vorher, am 27. März bei einem Pilgertreffen um 19:00 Uhr  im Gemeindehaus in Jena klären, zu dem ich schon jetzt herzlich einlade. 
Bleiben sie bis dahin gesund und vom Herrn behütet!
In Vorfreude Ihr Pfarrer Ipolt, Klinikpfarrer und Kooperator

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